Dorfmoderation.

Werkzeuge für Dorfentwicklung und Klimaschutz


Der kostenfreie Fortbildungskurs Dorfmoderation. zeigt, wie aus guten Ideen gemeinsames Handeln wird. Mit viel Praxis, Kreativität und dem passenden Werkzeug lernen die Teilnehmenden, wie sie Gespräche anstoßen, Menschen zusammenbringen und Projekte für Klimaschutz und Dorfentwicklung auf den Weg bringen. 

Foto: Silke Gondolf
 

Diplom für Dorf-Liebhaber: Wenn aus Nachbarn Macher werden

Vom neuen Dorftreff im alten Imbiss bis zur Kita-Solaranlage: Wie elf engagierte Menschen gelernt haben, Projekte zu wuppen, Fördermittel zu finden und ganze Dörfer zu mobilisieren.

 

Sie sind Krankenschwester oder Landschaftsgärtnerin, ehemaliger Polizeibeamter oder Produktionsarbeiterin in einer Hühnerfarm. Sie sind Pastorin oder ehemaliger Lehrer, Sachbearbeiterin in der Regionalentwicklung oder Quartiersmanagerin. Sie sind in der Kommunalpolitik und in Vereinen aktiv oder wollen frisch starten. Was alle verbindet, ist der Wunsch, vor Ort Verantwortung zu übernehmen und ihr Dorf aktiv zu gestalten. 
 

Vorerfahrung, Alter, Beruf - egal! 

Insgesamt 11 Menschen mit bunten beruflichen Hintergründen und aus verschiedensten Orten in Mecklenburg-Vorpommern haben hierfür im Herbst/ Winter 2025/26 im Fortbildungskurs Dorfmoderation das nötige Handwerkszeug für Dorfentwicklung und Klimaschutz bekommen. Der Fortbildungskurs fand im Rahmen des Landesprogramms MV tut was. Klimaschutz vor Ort. statt und richtete sich an Menschen, die ihr Dorf aktiv mitgestalten wollen – unabhängig von Beruf, Alter oder Vorerfahrung.
 

Egal ob neuer Dorftreffpunkt, Aufbau eines Seniorenkreises oder der Bau einer Solaranlage auf dem Kita-Dach, die der Gemeinde Geld in die Kassen spülen soll - Wer in seiner Gemeinde Ideen umsetzen und Dinge voranbringen will, steht zu Beginn oft vor denselben Fragen: Wie gewinne ich Mitstreiterinnen und Mitstreiter für meine Idee? Wie organisiere und manage ich ein Projekt sinnvoll? Woher bekomme ich Fördermittel? Wie gelingt die Kommunikation, und das auch dann, wenn mal Konflikte aufziehen?

 

„Mir geht es darum, Menschen zusammenzubringen und gemeinsam zu fragen: Was können wir für unser Dorf tun?“

Kerstin Grünler aus Ramelow bei Friedland


Wer nicht weiterweiß, holt sich Unterstützung

Für all diese Fragen lieferte der Fortbildungskurs in sechs zweitägigen Workshops praktische Hinweise, gute Tipps und jede Menge Wissen. Und nicht nur das. Egal ob die neuen Dorfmoderatorinnen und -moderatoren nun künftig in Faulenrost oder Ramelow, in Zippelow oder Jördenstorf, in Altentreptow oder Torgelow am See aktiv sind  – mit der Kursgruppe ist gleichzeitig ein kleines unterstützendes Netzwerk entstanden. Wer mal nicht weiterkommt, erhält künftig schnell und unkompliziert Hilfe über den kurzen Draht in die Whatsapp-Gruppe, die die Teilnehmenden eingerichtet haben. „Der gegenseitige Austausch, das Netzwerken untereinander und das Kennenlernen neuer Ideen und Formate sind ideal, um das Engagement, das Miteinander und den Klimaschutz im Dorf zu stärken“, bringt es der Koordinator der Fortbildung an der Hochschule Neubrandenburg Johann Kaether auf den Punkt.

 

Was jetzt in den Dörfern entsteht

Schon im Kurs haben die elf Dorfgestalterinnen und -gestalter erste Ideen entwickelt, die nun schrittweise umgesetzt werden: von der Belebung des alten Imbisses „Büffelkuhle“ in Buchholz als lebendigem Treffpunkt für den Ort bis hin zu Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, von der Einführung einer Dorf-App bis zum Seniorennetzwerk, von der neuen Obstwiese bis zu Gesprächsformaten wie „Sprechen & Zuhören“. In der Gruppe steckt viel Antrieb, vor Ort etwas zu verändern. Mit dem neuen Wissen aus dem Fortbildungskurs gehen sie die Projekte mit strukturierterem Blick und frischem Selbstbewusstsein an. Dorfmoderatorin und -moderator zu sein ist keine offizielle Funktion und kein formeller Beruf, sondern eine ehrenamtliche Rolle, die Wirkung schafft - direkt vor Ort, wo die Menschen leben.

 

 

„Was ich aus der Fortbildung mitnehme, ist vor allem der intensive Austausch. Die Mischung aus Vereinsarbeit, kommunaler Erfahrung und neuen Ideen hat die Werkstatt zu einem echten Lern- und Vernetzungsraum gemacht.“

Udo Wasielewski aus Torgelow am See

 

Das hat Teilnehmerinnen motiviert, Dorfmoderatorin zu werden 

Maxi Hameister aus Jördenstorf und Renate Fabisch aus Buchholz 

 

 

 

Aus welchen Orten kommen die Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren?


Der Klick auf die Karte zeigt die Orte, an denen Menschen im Rahmen des Landesprogramms MV tut was. aktiv sind.

 

Den Zusammenhalt in der Gemeinde stärken und gemeinsame Vorhaben des Klimaschutzes und der Dorfentwicklung konkret umsetzen – das können Personen, die im Ort vernetzt sind. Außerdem müssen sie wissen, wie sie finanzielle oder ideelle Unterstützer aktivieren. Im Fortbildungskurs bauen die Teilnehmenden ehrenamtliche Netzwerke auf, initiieren und begleiten Projekte im Dorf und organisieren Aktivitäten für die Dorfgemeinschaft.

Der Kurs vermittelt Wissen und Werkzeuge, um Dialoge in der eigenen Gemeinde anzustoßen und zu begleiten, Ideen für den Klimaschutz und die Dorfentwicklung zu entwickeln sowie Projekte aktiv mitzugestalten. Die Teilnehmenden lernen, Prozesse zu moderieren, Ideen in die Tat umzusetzen und ihren Ort und ihre Gemeinde zukunftsfähig aufzustellen.

Die Fortbildung bestand aus verschiedenen thematischen Lehreinheiten. Folgende Inhalte wurden behandelt:

  • Hintergrund, Aufgaben und Rolle der Dorfmoderation
  • Geschichtliche Entwicklung der Dörfer
  • Dorfcheck inkl. Klimaschutz
  • Grundlagen Klimaschutz und -anpassung
  • Teilhabe an der Energiewende
  • Gute Beispiele und Aktivitäten im örtlichen Klimaschutz
  • Grundlagen der Kommunikation, Umgang mit Konflikten, Selbstreflexion
  • Moderationstechniken, Methoden und Formate zur Aktivierung und Ansprache
  • Kommunalpolitik, Rechtliche Rahmenbedingungen des Ehrenamtes
  • Ehrenamt – Gewinnen und Motivieren von Engagierten
  • Projektmanagement, Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten
  • Entwicklung eigener Projektideen – Ideen- und Projektwerkstatt, Antragscoaching
  • Handlungsfelder im Dorf (Nahversorgung, Digitales Dorf, Dritte Orte, Mobilität, Leben im Alter…)


Der Kurs war durch einen Methodenmix aus Fachvorträgen, Diskussionen, Kleingruppenarbeit und weitere aktivierende Lehrformate gekennzeichnet. Der Lebensalltag vor Ort in den Dörfern und Ihre Bedarfe wurden eng einbezogen. Der Austausch in der Gruppe spielte hierbei immer eine große Rolle.

Wir wollen einen nächsten Kursdurchgang auf die Beine stellen und prüfen hierzu aktuell die Möglichkeiten. Schreiben Sie uns kurz, dann informieren wir Sie, sobald es losgeht.

Johann Kaether, Hochschule Neubrandenburg  dorfmoderation@hs-nb.de

Oder Sie schauen auf der Webseite der Hochschule Neubrandenburg vorbei: www.hs-nb.de/dorfmoderation

 

Kontakt & Rückfragen

Johann Kaether
Hochschule Neubrandenburg

E-Mail: dorfmoderation@hs-nb.de
Telefon: 0395-56 93 43 07

 

Der Fortbildungskurs wird umgesetzt von der Hochschule Neubrandenburg.

MV tut was.

Klimaschutz vor Ort: Sichtbar machen. Menschen unterstützen. Teilhabe fördern.

Der Fortbildungskurs Dorfmoderation. findet statt im Rahmen des Programms MV tut was. 

Im Programm MV tut was. entstehen neue Impulse für Teilhabe und Klimaschutz vor Ort. Das Programm macht Engagement und gute Beispiele sichtbar, unterstützt Menschen im ländlichen Raum und fördert Teilhabe. Für ein zukunftsfähiges Miteinander in der Region.


Alle Angebote des Programms auf einen Blick:

 

In Kooperation mit

Das Programm MV tut was. wird ermöglicht durch das Land Mecklenburg-Vorpommern.


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